Termine & Veranstaltungen

Nächste BaSS-Tagung:

Die BaSS-Tagung 2019 wird vom 23. bis zum 25.6.2019 in Flensburg stattfinden.

- Vorankündigung -

Komplexität bewältigen
Zwischen Handlungsdruck und spezifischen Ansätzen im Kontext von Schulpraktischen Studien

Über Komplexität und Handlungsdruck

Betrachtet man Entwicklungsaufgaben von werdenden Lehrkräften beim Berufseinstieg, dann lässt sich feststellen, dass sich zu Beginn der Berufstätigkeit personenspezifische Wahrnehmungsmuster und Beurteilungstendenzen, Routinen und Kompetenzen wie auch Grundzüge einer beruflichen Identität ausprägen. Dabei sind Gelingens- und Misslingenserfahrungen für die Ausprägung einer stabilen Lehrerpersönlichkeit und die Entwicklung eines professionellen Selbst im Laufe der Berufsbiografie und Kompetenzentwicklung wichtig. So stellen sich insbesondere in der Berufseinstiegsphase immer neue Herausforderungen, da sich die Aufgaben in Komplexität und Umfang unterscheiden und in ihrer Tragweite nicht oder kaum erprobt wurden. Zudem können sie von Zeitdruck und Verantwortungsbreite geprägt sein. Es müssen also schnell neue Verhaltensweisen erlernt, erprobt, genutzt werden (vgl. Keller-Schneider 2008). Die zentralen Belastungen und Aufgaben verändern sich nach Fuller und Bown (1975) entlang der drei Stadien „survival, mastery and routine“.

Studierende machen bereits im Rahmen von Schulpraktischen Studien Erfahrungen im Umgang mit schulischer Praxis und erwerben erste berufsfeldbezogene Kompetenzen. Auf eine konkrete Schulsituation bezogene Anforderungen können hier bereits erlebt werden (vgl. Keller-Schneider 2008). Auch wenn durch die Einführung von Praxissemestern in vielen Bundesländern die Einführung in die schulpraktischen Tätigkeiten, insbesondere in das Unterrichten, explizit als Zielsetzung Schulpraktischer Studien gilt, bleiben sie als Elemente der universitären Lehrerbildung auch der Zielsetzung der theoriegeleiteten Reflexion schulpraktischer Erfahrungen verpflichtet. Mit Blick auf die Erprobung schulischer und unterrichtlicher Praxis warnt Hascher (2005) sogar vor der sogenannten Erfahrungsfalle je situativ erlebter schulischer Erfahrungen. Vielmehr müssten die Praxisphasen professionell vorbereitet, begleitet und nachbereitet werden.

Spezifische Ansätze im Kontext Schulpraktischer Studien

Schulpraktische Studien tragen zur Entwicklung eines professionellen Selbst bei, indem sie über das Studium hinweg unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen: Überprüfung der Berufswahl (Passe ich zum Beruf? Passt der Beruf zu mir?), Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld Schule aus der Perspektive einer Lehrkraft, Erprobung der Rolle einer Lehrkraft in unterrichtlichen Anforderungssituationen etc. Häufig sehen die wissenschaftsbezogenen konzeptionellen Ansätze dabei eine möglichst große Entlastung von Handlungsdruck zugunsten einer Gewinnung von Reflexionszeit vor. Die spezifischen Ansätze zur Praxisreflexion reichen dabei von kollegialer (Fall)Beratung, videobasiertem Feedback bis hin zum Mentoring und Coaching.

Mit Blick auf die konzeptionellen Ansätze Schulpraktischer Studien ist deshalb zu fragen:

•    In welchem Verhältnis stehen Handlungsdruck und (Selbst-)Reflexion?

•    Welche Belastungen empfinden Studierende im Rahmen von Schulpraktischen Studien? Wie lassen sich diese produktiv für eine (theoriegeleitete) Reflexion nutzen?

•    Wie lässt sich im Kontext Schulpraktischer Studien ein „Lehreralltag“ erfahrbar und reflektierbar machen? Und ist dies überhaupt gewünscht bzw. Ziel universitärer Lehrerbildung?

•    Wie erleben Studierende in Schulpraktischen Studien Komplexität und Handlungsdruck?

•    Was bedeuten Handlungsdruck und Reflexion im Kontext der Fachkultur und des Unterrichtsfaches?


ergänzend: Vorankündigung zum Download


Diesjährige BaSS-Tagung:

Die BaSS-Tagung 2018 fand vom 23. bis 26.9.2018 in Köln statt.

Schulpraktische Studien 4.0 –
Wie verändert Digitalisierung die Begleitung und Ausgestaltung von Praktika im Lehramtsstudium?

Unter dem Einfluss des digitalen Wandels gestaltet sich auch das Lernen an Schulen und Hochschulen neu. Die Anforderungen an LehrerInnen verändert sich – genauso wie an ihre Aus- und Weiterbildung. LehrerbildnerInnen sind deshalb gefordert, die vielfältigen Herausforderungen zu erkennen, anzugehen und zu nutzen. 

Im Rahmen von schulpraktischen Studien bieten digitale Medien innovative Möglichkeiten der Begleitung und Praxisgestaltung, die bereits an vielen Standorten in den Blick genommen werden.

Die Tagung widmete sich der Frage, wie sich medienpädagogische Kompetenz von Lehramtsstudierenden in den Praxisphasen fördern lassen. Hier spielte der didaktische Doppeldecker E-Portfolio eine ebenso wichtige Rolle wie innovative Projekte in der Begleitung der Praxisphasen, aus denen konkrete schulische Ausgestaltungsmöglichkeiten resultieren können. Daneben wurden medienethische Fragen aufgegriffen, die einen kritischen Blick auf das Themenfeld und die Zukunft werfen.

Ergänzende Hinweise:

Das Programmheft der Tagung wird unter folgendem Link zum Download angeboten:

https://zfl.uni-koeln.de/sites/zfl/Tagungen/2018/BaSS/Programm-BaSS-2018.pdf

Mitglieder der BaSS finden im Internen Bereich weitere Informationen unter Köln 2018.

Vorige BaSS-Tagung:

Die BaSS-Tagung 2017 fand vom 25. bis 28.6.2017 in Marburg statt.

Sie hatte das Thema

"Das Selbstverständnis der Lehrerbildner_innen im Kontext der Schulpraktischen Studien“

Folgende Überlegung führte zur Wahl dieser Ausrichtung:

Das Berufsfeld der Lehrerbildner_innen ist ein heterogenes Berufsfeld.
Es befindet sich aktuell in einer bedeutsamen Phase des Wandels: Zum einen wird die Perspektive internationaler als je zuvor – Schulpraktische Studien im Ausland stellen keinen Einzelfall mehr dar, sondern werden von den Praktikumseinrichtungen zunehmend im Rahmen gezielter Projekte oder Programme bearbeitet. Zum anderen gibt es einen Wandel im Bereich der Zweiten Phase: In vielen Bundesländern ist diese inzwischen mit der ersten institutionell verzahnt.
Personelle Neuausrichtungen werden hier ebenso bedeutsam, wie die (planvolle, aber zum Teil auch ungeplante) Neuausrichtung von Zielen und Inhalten auf beiden Seiten, die von geänderten Selbstverständnissen der Lehrenden geprägt wird und diese selbst wiederum beeinflusst.
Einen Anknüpfungspunkt stellen hier zudem die BaSS-Standards für Schulpraktische Studien dar.

Im Rahmen der Tagung wurde sich mit dem Thema dann aus verschiedenen Blickwinkeln beschäftigt.

Flyer mit dem Programm zum Download


Ergänzender Hinweis:
Mitglieder der BaSS finden im Internen Bereich unter Marburg 2017 weitere Download-Angebote.


Zukünftige BaSS-Tagungen:

  • 2020: noch in Klärung

Weiterführender Tipp:

Eine sehr gute und übersichtliche Terminübersicht über Veranstaltungen im Kontext der Lehrerbildung finden Sie beim Monitor Lehrerbildung.